Glaubwürdig über Nachhaltigkeit kommunizieren

Nachhaltigkeit ist in den Vorstandsetagen angekommen und in den Köpfen der Kund*innen. Genau das macht Nachhaltigkeitskommunikation zu einer der anspruchsvollsten Marketingdisziplinen überhaupt: Wer zu viel verspricht, landet schnell im Greenwashing-Verdacht. Wer zu leise kommuniziert, verschenkt Vertrauen und Wettbewerbsvorteile. Dieser Impuls zeigt vier Bausteine, mit denen deine Nachhaltigkeitskommunikation glaubwürdig wirkt.

1. Ehrlichkeit statt Hochglanz: Warum Transparenz zählt

Glaubwürdige Nachhaltigkeitskommunikation beginnt mit einer transparenten Darstellung der eigenen Bemühungen, inklusive der Baustellen, die noch offen sind. Kund*innen und Öffentlichkeit erwarten längst kein perfektes Unternehmen mehr, sondern ein ehrliches. Dafür braucht es ein ganzheitliches Verständnis der eigenen Wertschöpfungskette: Wer nur die Verpackung grün färbt, aber Lieferketten und Produktion ausblendet, wird schnell entlarvt.

Nachhaltigkeit ist längst Chefsache: CMOs weltweit verankern das Thema im Vorstand – auch mit einer klaren Gatekeeper-Funktion gegen Greenwashing.

Quelle: Serviceplan Group, CMO-Studie 2025

2. Wer ist eigentlich deine Zielgruppe? Das 60-Prozent-Potenzial

Ein häufiger Fehler: Nachhaltigkeitskommunikation wird für die eigene Filterblase gemacht. Doch nur ein kleiner Teil der Menschen sind „Öko-Fans“, bei denen grüne Einstellung automatisch zu grünem Verhalten führt. Ebenso klein ist die Gruppe der „Öko-Muffel“, die sich kaum erreichen lässt. Das eigentliche Potenzial liegt in der pragmatischen Mitte. Das sind Menschen mit grüner Einstellung, deren Alltagsverhalten aber nicht automatisch dazu passt. Sie brauchen keine moralischen Appelle, sondern konkrete, alltagstaugliche Argumente.

Nur rund 15–20 % der Konsument*innen sind konsequent „pro Umwelt“. Das größte Potenzial liegt in der pragmatischen 60-%-Mitte dazwischen.

Quelle: Gollnhofer/Pechmann, „Das 60%-Potenzial – Mit Marketing die breite Masse für grünen Konsum begeistern“

3. Vom Werben zum Gefundenwerden: Pull statt Push

Klassisches Push-Marketing verkauft Produkte über Absatzförderung, das wirkt bei Nachhaltigkeitsthemen schnell aufdringlich und unglaubwürdig. Pull- beziehungsweise Inbound-Marketing dreht die Richtung um: Statt Kund*innen mit Botschaften zu bespielen, orientiert sich integriertes Marketing an echten Kundenbedürfnissen, mit dem Ziel, dass Interessierte dein Unternehmen freiwillig finden, weil deine Inhalte einen echten Nutzen bieten.

PULL-Fokus: Kundenbedürfnisse statt Verkaufsorientierung. Ziel: Kundenzufriedenheit statt reinem Absatzvolumen – die Basis für Vertrauen.

Quelle: Hollensen/Opresnik, „Marketing Grundlagen und Praxis“

4. Transformation konkret zeigen: zwei Beispiele aus der Praxis

Abstrakte Nachhaltigkeitsversprechen überzeugen niemanden. Konkrete, messbare Maßnahmen schon:

  • Verpackung: Fokus auf Materialreduktion, Wiederverwendbarkeit und Recyclingfähigkeit – auch wenn Monomaterialien und Verbundmaterialien dabei zur echten Herausforderung werden.
  • Events und Live-Kommunikation: CO₂-Fußabdruck durch datenbasierte Tools senken, auf Ressourcenschonung und lokale Lösungen setzen und Barrierefreiheit sowie Inklusion, wie etwa durch Videountertitelung, von Anfang an mitdenken.

Konkretes Ziel aus der Eventpraxis: Müllreduktion auf 10 kg bei 1.400 Teilnehmenden, durch Ressourcenschonung und lokale Lösungen.

Praxisbeispiel Microsoft

Fazit

Glaubwürdige Nachhaltigkeitskommunikation braucht vier Bausteine: ehrliche Transparenz über die gesamte Wertschöpfungskette, die richtige Zielgruppenansprache jenseits der eigenen Filterblase, eine Pull- statt Push-Logik und konkrete, nachprüfbare Maßnahmen statt großer Worte. Wer diese vier Punkte beherzigt, kommuniziert nicht nur nachhaltiger, sondern vor allem glaubwürdiger.

Nachhaltigkeit braucht gute Kommunikation. Ich unterstütze Unternehmen dabei, Nachhaltigkeit strategisch zu verankern und glaubwürdig nach innen und außen zu kommunizieren, mit Impulsvorträgen, praxisnahen Workshops und individueller Beratung. Dabei arbeite ich mit Konzernen wie z.B. EcoVadis und mittelständischen Unternehmen wie MAWA.

Bereit für den nächsten Schritt!